Ce projet a été encouragé par l'Université de la Sarre. / Dieses Projekt wurde von der Universität des Saarlandes gefördert.
Faculté de droit de Montpellier Universität des Saarlandes

Eine / une (K/C)oopération
IFRI - ÉRID

Letzte Änderung: 09.01.2007
 

   
   

Google und die virtuelle Bibliothek.


Im Oktober 2004 hat Google sein Projekt einer virtuelle Bibliothek im Internet angekündigt. Die Bücher kommen aus sehr anspruchvollen Bibliotheken, wie Harvard, Stanford oder Michigan. Dieses Projekt, erst Google Print genannt und dann Google Book Search , wurde von Verlagen und Bibliotheken stark kritisiert, da Google ohne die Genehmigung der Herausgeber handelt.

1) Klage gegen Google in Frankreich

Die französische Verlagsgruppe La Martinière hat Google und Google France wegen Verletzung des Urheberrechts (http://www.silicon.fr/articles/15489/Les-editions-La-Martiniere-attaquent-Google-en-justice.html)am 6. Juni 2006 vor dem Tribunal de Grande Instance (TGI) von Paris verklagt. Zu La Martinière zählen unter anderen der französische Verlag Le Seuil, die Editions Delachaux, der amerikanische Verlag Abrams und Niestlé in der Schweiz. Das „Syndicat national de l’édition“ (SNE), welches rund 400 Herausgeber vertritt, unterstützt die Klage. Der deutsche Börsenverein, in dem sich Herausgeber und Verlage zusammengeschlossen haben, hat bereits eine ähnliche Klage gegen Google angestrengt.
Die Verlagsgruppe La Martinière wirft Google vor, die Digitalisierung der Bücher ohne entsprechende Genehmigung vorzunehmen. Google setzt dem entgegen, dass die Herausgeber eine Digitalisierung ihrer Bücher ablehnen können. Nach Auffassung des Unternehmens stellt diese virtuelle Bibliothek ein Vorteil für die Herausgeber dar. Google gibt tatsächlich nur einen Auszug der durch das Urheberrecht geschützten Bücher wieder und nennt einen Link, der auf ein entsprechendes Kaufangebot zum Buch verweist, falls dies möglich ist (http://www.zdnet.fr/actualites/internet/0,39020774,39332359,00.htm).
La Martinière verlangt 1 Mill. Euro Schadensersatz sowie 100.000 Euro Zwangsgeld je Tag und pro Verstoß und die Beendigung des Vorhabens.

Die Klage hat in Frankreich eine neue Debatte über den Schutz der Urheberrecht im Internet entfacht.

2) Konkurrenzprojekte

Im Gegensatz zu Google wollen Microsoft und die Bibliothèque Nationale de France (BnF) eine „saubere“ virtuelle Bibliothek verwirklichen.
Microsoft bereitet bereits eine virtuelle Bibliothek vor, die Live Book Search heißen soll. Dieses Projekt soll der Öffentlichkeit Ende 2006 vorgestellt werden. Dieser Service wird die Rechte der Urheber beachten. Es sollen nur die von den Herausgebern freigegebenen Werke und Bücher ohne Urheberrechtsschutz digitalisiert werden.

Der Vorsitzende der BnF Jean-Noel Jeanneney hat die Verwirklichung einer virtuellen europäischen Bibliothek vorgeschlagen: Das Projekt soll Ende des Jahres 2006 beginnen. Fünf weiter Länder, Deutschland, Spain, Ungarn, Italien und Poland sind dieser Idee gefolgt. Sie wollen 600.000 bis 1 Mill. Bücher pro Jahr digitalisieren.

Frau Nadia Lejaille
Étudiante en droit / Studentin der Rechtswissenschaften
Deutsch-Französische Hochschule (Paris X, Nanterre - Potsdam)
Herold & Stefan GbR - Kommmunikation für Rechtsanwälte (www.ad-ius.de)

(email:nadialejaille@hotmail.fr)


Übersetzung vom Französischen ins Deutsche:
Frau Nadia Lejaille
Étudiante en droit / Studentin der Rechtswissenschaften
Deutsch-Französische Hochschule (Paris X, Nanterre - Potsdam)
Herold & Stefan GbR - Kommmunikation für Rechtsanwälte (www.ad-ius.de)

(email:nadialejaille@hotmail.fr)

Stand der Bearbeitung: 04.08.2006

 

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